Ich liebe Blauregen. Alle alten, verholzten Kletter- und Rankpflanzen strahlen so eine Ruhe aus, finde ich. Und Stärke.
Blauregen mag ich besonders, weil er so schlingend wächst, und dabei fast monströs dickstämmig wird, sich seinen Weg sucht und sich dann mit wunderschönen lavendelblauen Blütentrauben vollhängt.
Ich hätte ihn gerne am Haus – am ganzen Haus ![]()
Aber erstens mag ich auch Clematis sehr gerne, hier vor allem die Vielfalt und Schnellwüchsigkeit und dass sie in alle Richtungen gleichzeitig zu wachsen scheint, in ihrer Grazilität auch Luftbbrücken baut bis sie wieder Halt unter den Füßen” findet. Und davon gibt es hier schon einige, auch am Haus, sowie Kletterhortensien, verschiedene Geissblätter, eine Klettergurke und Klettertrompeten.
Und zweitens wächst Blauregen leider auch lichtfliehend, so dass man an einem 100 Jahre alten Haus mit entsprechend porösen Ziegelsteinen und Fugen, die nicht wie gerade neu gemacht aussehen und beschaffen sind, eine Menge zu tun hat, ihn vom Aufbrechen letzterer abzuhalten.
Er wächst dabei auch so schlingend und würgend, dass man ihn nicht in die Nähe von Fallrohren, Dachrinnen, Antennen etc kommen lassen darf, so dass er also ein sehr stabiles (und teures) Rankgerüst braucht, das man ebenfalls an dem 100 Jahre alten Haus mit porösen Ziegelsteinen und Fugen, die nicht wie gerade neu gemacht aussehen und beschaffen sind, befestigen muss. Nicht sooo leicht.
Nun gut.
Vor allem bekommt aber der Lüthjenhof-Herr immer Herz-Rhythmus-Störungen wenn ich sage, dass ich gern einen Blauregen am Haus hätte. Er findet die auch schön, aber sein Ohr hört vor allem, dass die Pflanze sein Haus kaputt machen will und er weiss ja auch, dass ich es dann doch nicht schaffen werde, den Blauregen in Schach zu halten, denn der Beschneide-Aufwand ist bei dieser Pflanze enorm, meine Zeit aber endlich und ausserdem würde ich mich wohl schwertun, die schöne Pflanze allzu stark zu beschneiden
Also habe ich mich entschieden, die schonmal prophylaktisch gekaufte Pflanze *dumdidum* zu einem Hochstamm zu erziehen. Dazu habe ich stundenlang alles gewälzt, was ich an Informationen finden konnte – und Hand angelegt. Der gekaufte Blauregen ist, glaube ich, zweijährig. Er hatte einen Haupttrieb und ganz oben schon eine Verzweigung, eine kleine Gabelung, so dass er oben jetzt zwei verholzte Tiebe hat.
Ich habe alle Seitentriebe plan abgeschnitten, die zwei Haupttriebe oben sind schon beim Kauf auf etwa 10 cm Länge ab der Gabelung gekappt gewesen. Die Seitentriebe an den Haupttrieben habe ich wiederum um etwa 1/3 gekürzt bzw. so weit, dass sie nun alle ähnlich lang sind.
Ein bisschen was muss ich noch verändern: Den Blauregen vom Führungsstab abpulen und ihm ein Begleitgerüst aus 3 Stäben zur Seite stellen.
Da liest man allerdings Unterschiedliches. Die einen sagen, man braucht nur einen Stab an den man die Pflanze locker anbindet. Andere empfehlen eben so ein 3-Stäbe-Gerüst.
Aber vor allem frage ich mich: Auf Bildern sieht man meist bei Blauregen-Hochstämmen, dass sich mehrere Haupttriebe ineinander verschlungen haben, der Stamm sieht dann ein bisschen aus wie ein Tau. Ich habe aber auf etwa 1,5m nur EINEN Haupttrieb. Soll ich nun einfach warten, dass dieser dicker und stammähnlicher wird? Oder sollte ich einen Seitentrieb, der sich relativ weit unten wieder neu bilden wird, nicht abschneiden sondern als zweiten Haupttrieb (und ebenso noch einen dritten) ziehen, damit der Stamm mehr Stabilität bekommt?
Weiss da jemand von Euch Rat?
Auf jeden Fall bin ich gespannt, was passieren wird und wie er wächst – und blüht natürlich.
Den Fortgang, und was ich am Blauregen beschneide oder forme oder oder oder will ich hier dokumentieren – für mich, und für diejenigen, die es noch interessiert.
Heute gepflanzt:




















