13. März 2009

Unsere erste Kita-Woche

Abgelegt unter: KiTa, Theodor — Benjamin @ 14:54

Montag
Papa und Theo gehen gespannt, wenn auch etwas ängstlich um 9 Uhr zur KiTa-Eingewöhnung. Dort beginnt das Programm ganz gut mit einem Sitzkreis aller Kinder und Gruppen, danach ist Trennung in die Gruppen – Theo geht natürlich zur Krippe und dort gibt es Frühstück.
Theo sitzt zwar lieb am Tisch, aber ob er etwas isst oder trinkt, oder den anderen das Essen klaut, wird nicht bemerkt. Es hat ihm auch keiner Hallo gesagt. Als der Papa einen Betreuer, der sich um ein anderes Kind kümmert, darauf hinweist, dass Theo noch nicht ganz alleine trinken kann, stellt sich heraus, dass das ein anderer Eingewöhnungsvater ist. Ach so. Die Betreuerinnen sind die, die jeweils genau ein Kind füttern. Um die restlichen Kinder ohne Eltern kümmert sich keiner so richtig.
9:45 ist Zähneputzen angesagt. Alle Kinder kommen in das kombinierte Waschbeckentoilettenzimmer auf den Boden und bekommen ihre Zahnbürste in die Hand. Ein paar lutschen auch darauf herum.
10:00 Angebote. Alle Kinder laufen in dem viel zu kleinen Raum herum und basteln an irgendwelchen Sachen herum, zur Untermalung scheppert ein Unterwegsradio. Theo kommt ab und zu zum Papa, um ihm was zu zeigen. Ansonsten findet keine Animierung oder Aufmunterung der Kleinen statt. Ein Kind, das überhaupt nicht zu weinen aufhört, wird an einen Betreuer der Gruppe ab 3 Jahren abgegeben.
Der andere Eingewöhnungsvater verlässt die KiTa für 10 Minuten, um sein Kind an seine Abwesenheit zu gewöhnen. Kaum ist er weg, fängt auch diese Kleine zu weinen an. Getröstet wird sie mit den Worten: “Wein doch nicht, dein Papa kommt gleich wieder.” Wie sieht der Trost nach der Eingewöhnungszeit aus?
Beide Betreuerinnen sitzen oder stehen in einer jeweils entgegengesetzten Ecke des Raums und reden nicht miteinander.
Ein etwa einjähriges Kind geht an die Rücksäcke und holt sich Brot heraus. Es wird ihm wieder weg genommen: Frühstück ist vorbei. Seit dem Frühstück ist auch keinem einzigen Kind etwas zu trinken angeboten worden; und beim Frühstück hat ja gar nicht jedes Kind überhaupt etwas gegessen und getrunken. Worauf aber peinlich geachtet wird, sind saubere Nasen.
Um 11 Uhr ist der Papa ganz froh, herausgerufen zu werden, da es für den ersten Tag reiche. Sieht er auch so. Eine der Betreuerinnen hat mit ca. 4 Kindern vorher ebenfalls den Raum verlassen. Papa gibt im Wickelbereich Theos Wechselklamotten ab; direkt daneben ist der Schlafraum mit den 10 Gitterbetten. Die kurz vor ihm mit den vier Kindern weggegangene Betreuerin kommt raus, dann ist die Schlafraumtür wieder zu.
11:15 wieder zuhause und froh, dass Ruhe ist. Theo fand es alles fürs erste nicht so schlimm, sein Papa zweifelt aber, ob das auch ohne ihn so wäre. Und ob er innerhalb der 7 Stunden etwas trinken würde. Mama ist schon zur Arbeit weg und so wird das ganze ein langer, gedankenschwerer Nachmittag.
Abends bekommt Mama das ganze geschildert und entschließt sich entgegen der vorherigen Pläne, Theo am nächsten Tag zu begleiten.

Dienstag
Theo geht wie abgemacht mit Mama zur KiTa-Eingewöhnung. Papa kann zuhause kaum still sitzen. Werden die beiden die gleichen Erfahrungen wie er machen? Oder ist heute alles ganz vorbildlich, so wie zu den Zeiten, als alle zusammen die KiTa zuvor in Augenschein genommen haben? Um 11:30 kommen die beiden wieder: Alles wie am Tag zuvor. Die Entscheidung, dass Theo dort nicht länger bleibt, ist schnell getroffen.
Mama schlägt vor, doch noch ein paar andere KiTas abzufragen, ob sie einen Platz haben. Papa hat eigentlich keine Lust mehr auf KiTas. Ein zusätzlicher Schock trifft ihn, als er die Laufzeit des Betreuungsvertrags sieht.

Mittwoch
Ein Anruf bei der KiTa, dass Theo nicht mehr kommen wird, scheitert daran, dass die Leiterin frei hat.
Die Familie geht zusammen unangemeldet zu einer anderen KiTa in der Nähe. Leider gibt es keinen Einlass, die Leitung ist erst nachmittags da.
Nachmittags darf man herein, nur sind da kaum noch Kinder da. Trotzdem gibt sich allein baulich und von der Ausstattung ein etwas anderes Bild: Die Krippe hat zwar nahezu doppelt so viele Kinder, der den Kindern zur Verfügung stehende Raum ist aber auch dreimal so groß. Außerdem sind die Toiletten und der Zahnputzraum getrennt, und die großen Kinder haben wiederum eigene. Statt Gitterbetten gibt es eine “Schlafburg”.
Sieht alles doch sehr schön aus. Zwar gibt es keine freien Plätze und die benötigten Betreuungszeiten werden nicht angeboten, aber das Weltbild stimmt wieder.

Donnerstag
Weiterer Anruf bei der KiTa, dass Theo nicht mehr kommen wird mit der Bitte um Gesprächstermin. Der ist “vielleicht” am Freitag möglich.

Freitag
Gesprächstermin: Es sieht alles wieder sehr freundlich in der KiTa aus und es wird nett begrüßt. Man einigt sich auf Auflösung des Betreuungsvertrags – zunächst aber nur mündlich. Leider möchte die Leitung die Gründe für die schnelle Flucht nicht hören.

3 Kommentare »

  1. ich kann kaum fassen, was ich lese und leide richtiggehend mit… vor allem mit den kleinen mäusen, deren eltern nicht so reagieren wie ihr…
    denke mit schaudern an die allzunahe zeit, in der ich marlene in eine krippe geben muss… hoffentlich bleibt mir solch eine erfahrung erspart…
    drücke euch auf jeden fall die daumen, dass sich alles für euch zum guten wendet…

    Kommentar von ***kleinigkeit*** — 14. März 2009 @ 01:12

  2. oje, schade, dass ihr so schlechte Erfahrungen gemacht habt :-(
    Ich hoffe, bei uns in der FH Kinderbetreuung ist es erst mal besser, ab Herbst möchten wir dann eine Tagesmutter.
    Ich wünsche euch viel Kraft und Glück bei der weiteren Suche!

    ganz liebe Grüße Beate

    Kommentar von Beate — 15. März 2009 @ 21:25

  3. [...] nun freuen wir uns ganz doll auf morgen: Da ist Theos erster Kindergartentag! Naja, fast – aber der erste richtige! Kommentare [...]

    Pingback von Ganz schön was los « Neues vom Lüthjenhof — 3. April 2011 @ 22:44

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